Feilschen
Feilschen ist in unseren Breitengraden im nördlichen Teil Europas noch ein heikles Thema: Maximal bei Einkäufen größeren Umfangs ist das Feilschen toleriert – also zum Beispiel bei großen Elektrogeräten oder Möbeln. Ansonsten ist das Feilschen für uns ein Thema, das mit sehr viel Skepsis betrachtet wird.
In Afrika sieht das völlig anders aus: In Madagaskar ist Einkaufen ohne Feilschen praktisch nicht denkbar. Lediglich in Supermärkten ist der Handel um die Preise nicht üblich, ansonsten darf gefeilscht werden. Mehr noch, viele Händler haben ihre Preise bereits auf das Feilschen ausgerichtet und wer dann nicht den Handel um den Preis aufnimmt, kann davon ausgehen, viel zu viel für die Ware zu bezahlen.
Nicht selten ist bei konsequentem Feilschen in vielen Bereichen ein Preisnachlass um beinahe 100 Prozent machbar. Gerade in touristischen Gebieten oder aber bei Souvenirs werden häufig spezielle Preise für Reisende gemacht, die fast immer deutlich über dem tatsächlichen Warenwert liegen. Touristen in Madagaskar tun also gut daran, Preise gründlich zu vergleichen und beim geplanten Kauf auch wirklich konsequent um einen angemessenen Preis zu feilschen.
Grundsätzlich heißt es auch in Madagaskar:„Afrika ohne Feilschen geht einfach nicht!" Entsprechend sollte auch auf dem Markt oder im Einzelhandel um den jeweils angesetzten Preis gehandelt werden. Dabei ist selbstverständlich, dass die Preise nur im angemessenen Rahmen erfeilscht werden sollten. Einen Händler, der vom Ertrag seiner Waren die gesamte Familie versorgen muss, in Grund und Boden zu feilschen, das ist auch in Madagaskar nicht üblich und unerwünscht.