Ethnische Gruppen
Die ethnischen Gruppen und die Religionen, die in einem Land vertreten sind, geben diesem ihren Charakter. Gerade Afrika weist zahlreiche ethnische Gruppierungen und auch Religionen auf, die wir aus unseren europäischen Verhältnissen nicht gewohnt sind.
Wer nach Madagaskar reist, wird allerdings feststellen, dass die isolierte Lage der Insel auch hinsichtlich der ethnischen Gruppierungen eine Besonderheit aufweist. Die ethnischen Madagassen haben nämlich eine Verbindung, die sich in der gemeinsam gesprochenen Sprache, dem Malagasy, ergibt. Diese Gemeinsamkeit bringt eine gemeinsame Identität mit sich, die in zahlreichen anderen afrikanischen Ländern in dieser Ausgeprägtheit nicht zu finden ist.
Der Staat Madagaskar gibt insgesamt aber 18 sogenannten Hauptethnien seine Anerkennung. So sind es die Merina, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowohl im Zentrum als auch im Südwesten des Landes ihr Staatswesen betreiben und die darüber hinaus zahlreiche anderen Ehtnien unterdrückten, die heute die größte Gruppe der anerkannten Hauptethnien von Madagaskar darstellen. Im Jahr 1970 wurden Zählungen durchgeführt, die ergaben, dass rund 1,6 Millionen Personen dieser ethnischen Gruppierung angehören.
Die Betsileo wurden um das Jahr 1830 herum von den Merina unterworfen, ähneln diesen aufgrund dieser Tatsache in der Lebensweise sehr, was zum Beispiel den Bewässerungsackerbau angeht. Allerdings wiesen die Betsileo nur etwa die Hälfte der Mitglieder auf, die die Merina zu verzeichnen haben. Für die Betsileo ist bekannt, dass diese einen effizienteren Reisanbau erarbeitet haben und wie die Merina ihre Konzentration auf die Vermehrung von Gütern richteten. Andere ethnische Gruppierungen sind in kleiner Zahl vorhanden.