Baden
Baden und Schwimmen gehören zu einem gelungenen Urlaub für viele Reisende dazu. Anders als bei uns sollte man aber gerade in außereuropäischen Ländern Sicherheitshinweise berücksichtigen, um die Gesundheit zu schützen.
Wer nach Madagaskar reist, sollte – wie in fast allen afrikanischen Ländern – auf das Baden in Binnengewässern verzichten. Der Grund dafür liegt im Bilharziose-Erreger, der sich in diesen Gewässern schnell auf den Menschen übertragen kann und dann für langwierige Erkrankungen, die teilweise nicht mehr komplett ausheilbar sind, sorgen kann.
In gepflegten und gechlorten Schwimmbädern kann auf Madagaskar problemlos geschwommen werden, in freien Gewässern jedoch nicht ohne Risiko an der Infektion zu erkranken: Der Bilharziose-Erreger hat in afrikanischen Ländern so starke Verbreitung, dass er nach der Malaria die größte Verbreitung im Bereich der Tropenkrankheiten hat. Übertragen wird der Erreger durch die Pärchenegel namens Schistosoma. Die Schwanzlarven der Egel mit Bezeichnung als Zerkarien dringen über die Haut des Menschen ein.
Das Eindringen der Zerkarien geschieht völlig schmerzlos, allerdings mit großen nachfolgenden gesundheitlichen Problemen. In den Anfängen der Infektion bemerkt die betroffene Person Unwohlsein, Fieber und teilweise Hautveränderungen an den Körperarealen, die vom Eindringen der Zerkarien betroffen sind. Weiterhin können sich Kopf- und Gliederschmerzen zeigen. Die letzte Phase der Infektion bringt irreparable Lungen-, Leber-, Gehirn- und Herzschädigungen mit sich.
Ein Schutz vor der Infektion besteht aktuell nur dann, wenn Bäder in Binnengewässern konsequent vermieden werden. Auch ist die Infektion von Tropenärzten nur schwer diagnostizierbar, weshalb erkrankte Personen häufig eine lange Odyssee von Arztbesuchen auf sich nehmen müssen, bis ein Nachweis der Erkrankung erbracht ist.